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Barrierefreie Türen: Maße, Normen & Lösungen
Barrierefreie Türen sind essenziell für einen uneingeschränkten Zugang zu Gebäuden.
Damit sie von allen Menschen sicher und komfortabel genutzt werden können, müssen sie bestimmte Normen und Anforderungen erfüllen. Doch welche Vorgaben gelten und welche Lösungen sorgen für mehr Barrierefreiheit?
In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei barrierefreien Türen ankommt – von den relevanten Normen bis hin zu praktischen Beschlaglösungen.
Barrierefreie Türen nach DIN 18040 – Wichtige Anforderungen
Die DIN 18040 legt fest, welche baulichen Anforderungen barrierefreie Türen erfüllen müssen. Besonders in öffentlichen Gebäuden, Gesundheitseinrichtungen und gewerblichen Objekten sind diese Vorgaben essenziell, um eine uneingeschränkte Nutzung sicherzustellen.
Wichtige barrierefreie Türen Maße im Überblick:
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Lichte Durchgangsbreite: Mindestens 90 cm für barrierefreien Zugang.
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Maximale Bedienkraft: Öffnen und Schließen mit maximal 30 N Kraftaufwand.
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Türdrückerhöhe: 85–105 cm, um sie im Sitzen und Stehen zu erreichen.
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Schwellenfreiheit: Falls unvermeidbar, maximal 2 cm mit abgeschrägter Kante.
Für Sie als PlanerInnen und HandwerkerInnen bedeutet dies, barrierefreie Türen bereits in der frühen Bauphase zu berücksichtigen und geeignete Beschläge, Drücker und Türantriebe auszuwählen.
Türdrücker barrierefrei – mit verlängertem Hebel oder in U-Form
Die Wahl der Türdrücker sind entscheidend für eine einfache und sichere Bedienung von barrierefreien Türen. Besonders in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen stark frequentierten Gebäuden erleichtern sie den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und erhöhen gleichzeitig den Bedienkomfort für das Personal.
Türdrücker mit verlängertem Hebel – weniger Kraftaufwand, mehr Ergonomie
Türdrücker mit verlängertem Hebel reduzieren die benötigte Kraft beim Öffnen von barrierefreien Türen erheblich. Sie sind ideal für:
- Menschen mit eingeschränkter Greiffähigkeit, da weniger Druck erforderlich ist.
- Pflegekräfte und medizinisches Personal, da sie sich auch mit dem Ellenbogen betätigen lassen.
- Gebäude mit hohen Hygienestandards, weil direkter Handkontakt vermieden werden kann.
Türdrücker in U-Form – hygienisch und sicher
Der Türbeschlag in U-Form ermöglicht eine intuitive und kontaktarme Nutzung, was besonders vorteilhaft ist für:
- Personen mit eingeschränkter Feinmotorik, da die Hand leichter einhaken kann.
- Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen, wo Hygiene oberste Priorität hat.
- Situationen, in denen lose Ärmel, Taschen oder Gurte ein Sicherheitsrisiko darstellen, da das zurückgeführte Design des Türdrückers ein versehentliches Einhaken vermeidet.
Zusätzlich müssen Drücker an barrierefreien Türen laut DIN EN 12217 (Klasse 3) mit einer maximalen Bedienkraft von 25 N betätigt werden können, um eine leichte Handhabung zu gewährleisten.
Barrierefreie Türen nach DIN 18040 – Die ideale Höhe für Türklinken
Die DIN 18040 legt zudem fest, dass Türdrücker an barrierefreien Türen so positioniert sein müssen, dass sie für alle Nutzenden gut erreichbar sind. Besonders für Rollstuhlnutzende sowie Personen mit geringer Körpergröße ist eine optimale Höhe entscheidend, um Türen mühelos zu bedienen.
Empfohlen wird für barrierefreie Türen nach DIN 18040 eine Anbringungshöhe von 85 bis 105 cm, wobei 85 cm als ideal gilt, da sie eine komfortable Nutzung sowohl im Sitzen als auch im Stehen ermöglicht. Diese Vorgabe berücksichtigt die Bedürfnisse von:
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Rollstuhlnutzenden, da die Griffhöhe ohne übermäßige Anstrengung erreichbar ist.
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Personen mit Seheinschränkungen, die sich an einer einheitlichen Höhe orientieren können.
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Menschen, die auf Gehhilfen oder Rollatoren angewiesen sind.

Barrierefreie Türen Maße – Drückergriffe mit flexiblem Greifkomfort
Drückergriffe mit flexiblem Greifkomfort ermöglichen eine variable Handhabung und erleichtern das Öffnen barrierefreier Türen für Menschen mit eingeschränkter Greiffähigkeit oder geringer Kraft. Besonders bei schweren Türen reduzieren sie den nötigen Kraftaufwand und erhöhen die Barrierefreiheit.
Diese Drücker finden vor allem an Notausgängen ohne Panikfunktion Verwendung, etwa in Arbeitsstätten oder Pflegeeinrichtungen, wo eine intuitive Bedienung erforderlich ist. Auffällige Signalfarben wie beispielsweise Rubinrot verbessern zusätzlich die Orientierung und erleichtern es Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, Fluchtwege schneller zu erkennen.
Barrierefreie Türen – Anforderungen an Panikbeschläge
Panikbeschläge sind essenziell, um barrierefreie Türen in Notfällen schnell und ohne großen Kraftaufwand zu öffnen. Sie kommen vor allem in öffentlichen Gebäuden, Veranstaltungsstätten, Schulen und Krankenhäusern zum Einsatz, wo viele Menschen gleichzeitig Fluchtwege nutzen müssen.
Die DIN EN 1125 legt fest, dass Notausgangstüren intuitiv und mit minimalem Kraftaufwand zu bedienen sein müssen. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Seheinschränkungen ist dies entscheidend, da sie auf eine einfache Türöffnung angewiesen sind.
Ein barrierefreier Panikbeschlag ermöglicht das Öffnen der Tür durch leichtes Drücken – unabhängig von der Handkraft oder Feinmotorik der Nutzenden. Statt eines klassischen Türdrückers kommt eine durchgehende Panikstange oder eine breite Druckfläche zum Einsatz, die sich mit der Hand, dem Unterarm oder der Schulter betätigen lässt.
Vorteile von Panikbeschlägen für eine barrierefreie und sichere Nutzung:
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Leichte Bedienung, auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
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Intuitiv erkennbare Fluchtwege für eine schnelle Orientierung.
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Erhöhte Sicherheit, da Türen im Notfall sofort geöffnet werden können.
HEWI bietet eine Panikstange an, die den Anforderungen der DIN EN 1125 entspricht und eine zuverlässige Lösung für Notausgänge in öffentlichen Gebäuden darstellt.
Barrierefreie Türen – Anforderungen an Handläufe für mehr Orientierung
Handläufe sind essenziell für barrierefreie Türen, da sie sowohl Halt als auch Orientierung bieten. Besonders an Rampen, Treppen und Übergängen zwischen Räumen unterstützen sie Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Seheinschränkungen und erleichtern die Nutzung barrierefreier Türen.
Um eine sichere und komfortable Anwendung zu gewährleisten, sollten Handläufe bestimmte Anforderungen erfüllen:
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Höhe und Erreichbarkeit: Eine Höhe zwischen 85 und 95 cm ermöglicht die Nutzung für Rollstuhlnutzende und Gehende.
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Stabilität und Material: Robuste, rutschfeste Materialien wie Edelstahl oder Kunststoff sorgen für sicheren Halt.
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Durchgängigkeit: Handläufe sollten ohne Unterbrechung verlaufen, um eine kontinuierliche Unterstützung zu bieten.
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Farbkontrast: Ein deutlicher Kontrast zur Wand erleichtert sehbehinderten Menschen die Orientierung.
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Sichere Montage: Handläufe müssen fest verankert sein, um das Körpergewicht zuverlässig zu tragen.
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Taktil erfassbare Oberfläche: Strukturen oder Braille-Schrift helfen Menschen mit Seheinschränkungen bei der Orientierung und kennzeichnen Fluchtwege tastbar.
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Abstand zur Wand: Ein ausreichender Abstand ermöglicht eine komfortable Nutzung und verhindert Hindernisse.
Neben ihrer funktionalen Bedeutung schützen Handläufe auch Wände vor Beschädigungen und tragen zur Langlebigkeit der Bausubstanz bei. Das Baukastenprinzip von ENTRO bietet flexible Lösungen mit verschiedenen Oberflächen und Materialien, die sich an spezifische Anforderungen anpassen lassen.
Jetzt barrierefreie Türen normgerecht planen und umsetzen
Barrierefreie Türen nach DIN 18040 sind ein zentraler Bestandteil einer inklusiven Bauweise. Sie sorgen dafür, dass alle Menschen – unabhängig von körperlichen Einschränkungen – Gebäude sicher und selbstständig nutzen können. Entscheidend dafür sind:
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Türdrücker mit ergonomischer Form und optimaler Höhe gemäß DIN 18040
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Panikbeschläge nach DIN EN 1125, die eine intuitive und kraftsparende Öffnung ermöglichen
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Handläufe als Orientierungshilfe und Unterstützung in Türbereichen, Treppenhäusern und Fluren
Sie als PlanerInnen und HandwerkerInnen sollten diese Anforderungen frühzeitig berücksichtigen. Achten Sie auf normgerechte Lösungen und prüfen Sie, wie barrierefreie Türen bestmöglich in Ihr Bauvorhaben integriert werden können – für mehr Sicherheit, Komfort und uneingeschränkte Zugänglichkeit.
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